Am 1. Oktober 1872 eröffnete der aus Jederitz an der Havel stammende Uhrmachermeister Julius Techel in der Schustergasse 19 mitten in der Altstadt Darmstadts eine Werkstätte für Uhren aller Art. Seiner Frau Elise ist es zuzuschreiben, dass bald eine Verkaufsstelle für Uhren, Schmuck, Optik und Musikwerke angegliedert wurde.
Am 1. Oktober 1881 konnte man in eigene Räume in der Marktstrasse umziehen. Dieses Haus hatte dann später, nach Abriss einiger Bauten, der sogenannten Schlossfreiheit, die Adresse Schillerplatz 3, die vielen alten Darmstädtern noch bekannt ist.
Bereits im Jahr 1900 verstarb der Gründer; seine Frau und der Sohn August, ein gelernter Uhrmacher, führten das Geschäft weiter. Auch die Ehefrau von August Techel, Melita, war mit in der Firma tätig. Gemeinsam überstand man die schweren Jahre des ersten Weltkrieges und der Inflation.
Nach dem Tode von August Techel 1934 leitete Melita Techel mit Sohn Gustav und Tochter Tilde das kleine Unternehmen. Unter schwierigsten Umständen im Kriegsjahr 1942 wurde das Geschäft für damalige Verhältnisse großzügig umgebaut. Doch die Bombennacht am 11. September 1944 machte alles zunichte. Wie fast die gesamte Darmstädter Innenstadt wurde auch das Gebäude Schillerplatz völlig zerstört.
Glücklicherweise waren die meisten Uhren, Ringe und Ketten ausgelagert worden, so dass man in Eberstadt, Oberstraße 8, ganz klein wieder anfangen konnte. Gustav Techel, mittlerweile verheiratet mit Maria Techel, konnte bald darauf nach Bessungen, in die Ludwigshöhstraße umziehen. Man sehnte sich jedoch danach, in der Innenstadt ein Geschäftslokal zu bekommen. Am 23. Oktober 1948 war es dann soweit: In der damaligen Rhein-Main-Bank, heute Dresdner Bank, Rheinstraße 14, Ecke Grafenstraße fand man die passenden Räumlichkeiten.
Dies war gleichzeitig der Beginn der Filialtradition bei Juwelier Techel, denn die Schwester des Inhabers, Tilde Techel, führte das Bessunger Geschäft weiter, das dann 1950 auch in die Innenstadt umzog und später 1956 in das Sparkassenhaus Rheinstraße 10 verlegt wurde.
Anfang der fünfziger Jahre hatte Gustav Techel das richtige Gespür für die spätere erstklassige Lage in Darmstadt. Gegen den Rat vieler Freunde, die in der Rheinstraße die beste Lage sahen, kaufte er das Trümmergrundstück Ernst-Ludwig-Straße. Dort ließ er das Geschäftshaus errichten, und am 15. Oktober 1955 konnte Eröffnung gefeiert werden. Es war schon damals das größte Juweliergeschäft Darmstadts mit sieben Schaufenstern und natürlich dem Interieur der 50-er Jahre mit Nierentischen. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders, man leistete sich wieder was, und dies ließ auch die Kassen bei Juwelier Techel klingeln.
Die beiden Söhne von Gustav und Maria Techel, Ulrich und Wolfgang, sind 1969 in die Firma eingetreten. Für kurze Zeit waren 5 Techels in dem Unternehmen tätig, nach Erreichen der Altersgrenze schied Tilde Techel jedoch 1971 aus, und die Filiale Rheinstraße wurde geschlossen.
In den Jahren 1971 und 1975 wurde das Geschäft Ernst-Ludwig-Straße 16 etappenweise auf die doppelte Fläche vergrößert. Außerdem konnte nun das große Warenangebot in über 20 Schaufenstern und Vitrinen präsentiert werden. Den Abschluss dieser auch von ihm geplanten Erweiterungsmaßnahmen konnte Gustav Techel leider nicht mehr erleben, er starb im Februar 1975.
Maria Techel und die beiden Söhne Ulrich und Wolfgang besannen sich 1977 der alten Filialtradition und gingen weiter auf Expansionskurs. Im neu entstandenen Luisencenter mietete man sich an bester Stelle ein, um ein ganz und gar anderes Juweliergeschäft für die junge Generation zu betreiben.
Nach dem Tod von Maria Techel 1991 und Tilde Techel 1993 führen die Brüder Ulrich und Wolfgang Techel das Unternehmen weiter. Auch die fünfte Generation ist schon bereit. Stefan, Kathrin und Christian, die Kinder von Ulrich und Brigitte Techel, zeigen alle drei Interesse, mit einzusteigen.
Der ältere Sohn, Stefan, ist seit Oktober 2000 für die Firma tätig. Zuvor absolvierte er in Idar-Oberstein Seminare zum Gemmologen sowie zum Diamantgutachter.
Tochter Kathrin beginnt eine Lehre als Einzelhandelskauffrau und der jüngere Sohn Christian hilft im Luisencenter gerne beim Verkauf aus.
Die Firma Techel besitzt eine eigene große Uhrmacher-Werkstatt mit Meister sowie ein Goldschmiede-Atelier. Im kaufmännischen Bereich werden jedes Jahr mindestens zwei Lehrlinge ausgebildet. Insgesamt beschäftigt die Firma Techel circa 50 Mitarbeiter, die meisten in langjähriger Festanstellung.
Am 1. Oktober 1997 konnte man auf 125 Jahre Firmengeschichte zurückschauen. Aber die Gedanken bei Techel gehen in Richtung Zukunft. So wurde die Uhrenkollektion um die deutsche Nobelmarke A. Lange & Söhne Glashütte erweitert.
1998 ist im Zuge der Umstrukturierung des Luisencenters die Filiale von Juwelier Techel um einige Meter bis an den Eingang Luisenstraße verlegt worden. Mit einer 50 % erweiterten Schaufensterfront und einer kompletten Umgestaltung des Ladenlokals haben die Techels völlig neue Zeichen gesetzt. Am 1. November 2000 wurde das Schmucksortiment um die exklusive Kollektion der Firma Wellendorff erweitert. Wunderschöne Seidenkordeln mit Einhängern (so genannte Ronden) sowie die dazu passenden Ringe sind ständig in den Schaufenstern bei Techel zu bewundern.
Im Jahr 2004 wurde das Stammhaus in der Ernst-Ludwig-Straße komplett umgebaut und mit einem modernen zeitgerechten Einrichtung versehen.
Das Gründungsdatum unseres Familienunternehmens jährt sich zum 135. Mal. Mittlerweile in der fünften Generation ist Uhren-Techel seit Jahrzehnten eine Institution in Darmstadt und Umgebung. Um uns bei Ihnen zu bedanken, feiern wir dieses Jubiläum mit einer 135 Tage andauernden Geburtstagsfeier. Um uns gebührend für Ihre Treue zu bedanken, warten viele Aktionen, Angebote und Termine auf Sie. Lassen Sie sich überraschen.




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