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Uhr des Monats (Mai 2007)

IWC-Regulateur

Die Mutter aller Uhren

Was auf den ersten Blick aussieht, als hätte der Uhrmacher einen Zeiger vergessen, ist eine gesuchte Rarität: der Regulateur – mit der Minutenanzeige aus der Mitte und einer dezentralen Anzeige von Stunde und Sekunde. Aus gutem Grund: Der Portugieser- Regulateur mit Taschenuhr-Manufakturwerk knüpft an die grosse Tradition der Observatoriumsuhren an.

Vor 500 Jahren war Zeit noch eine ungenaue Grösse. Die ersten tragbaren Uhren, die damals gerade erfunden wurden, kamen mit einem einzigen Stundenzeiger aus. Diesem gesellten sich erst viel später Minuten- und Sekundenzeiger hinzu. Gangabweichungen von bis zu einer halben Stunde am Tag waren bei frühen Taschenuhren die Regel. Doch spätestens nachdem John Harrison 1759 den ersten brauchbaren Schiffschronometer erfunden hatte, mit dem erstmals auf See eine genaue Bestimmung des Längengrades möglich war, wurde genaue Zeit zum kostbaren Gut, das über politische Macht und über das Leben von Schiffsbesatzungen entscheiden konnte. Die astronomischen Observatorien mauserten sich zu Lieferanten von sekundengenauer Präzisionszeit. Abnehmer
waren neben der Seefahrt wissenschaftliche Institute, Uhrenmanufakturen und später auch die Eisenbahnen.

In dieser Ära des Aufbruchs und der Erfindungen entstand der sogenannte Regulateur – die Mutter aller Uhren. Genauer konnten es nur noch die Sterne. Meist waren es aufwendige Präzisionspendeluhren mit einer räumlich getrennten Anzeige der drei gebräuchlichen Zeiteinheiten: Stunde, Minute und Sekunde. Auch federkraftbetriebene Seechronometer wurden mit dieser Anordnung ausgestattet.

Der Grund für die dezentrale Zifferblatt-Einteilung ist überraschend einfach: Der «langsame» Stundenzeiger sollte, wenn er sich im unteren Teil des Zifferblatts befand, die Ablesbarkeit der kleinen, aber wichtigen Sekundenanzeige nicht über längere Zeit beeinträchtigen. Deshalb wurde er in ein eigenes Innenzifferblatt verbannt, wo er keinen anderen Zeiger mehr stören konnte. Das ist auch der Grund, warum der Minutenzeiger einsam seine Kreise aus der Zifferblattmitte dreht.

Der Regulateur wurde zum Sinnbild für die genaueste von Menschen gemessene Zeit. Dass auch Uhrenmanufakturen wie IWC einerseits Abnehmer der präzisen Observatoriumszeit waren, diese aber auch in ihren hauseigenen Präzisionspendeluhren möglichst lange aufbewahrten, um alle neuen Uhren danach einregulierenzu können, versteht sich.

Mit dem Regulateur im Armbanduhrenformat zollt die Schaffhauser Manufaktur diesem bedeutenden Stück Uhrengeschichte Tribut. Auch wenn diese uhrmacherische Spezialität im privaten Bereich früher kaum verbreitet war, findet sie heute zunehmend Freunde. Denn sie weist ihren Benutzer als Kenner aus, der diese etwas andere Art der Zeitanzeige zu schätzen weiss. Dass bei IWC der erste Regulateur im 43,1mm grossen Gehäuse der Portugieseruhr Platz findet, hat mehrere gute Gründe. Denn auch die ersten Armbandtaschenuhren aus Schaffhausen,die heute einer ganzen Uhrenfamilie denNamen geben, wurden vor 70 Jahren als besonders genau gehende, im Grunde als die ersten Beobachtungsuhren fürs Handgelenk in die portugiesischen Märkte geliefert. Dafür sorgte nicht zuletzt ihr unübertreffliches mechanisches Innenleben – das Original-IWC-Taschenuhrwerk mit den legendären Gangleistungen.

Dieser Firmentradition bleibt auch der Portugieser-Regulateur treu. Mit dem IWC-Manufakturkaliber 98245 besitzt sie als Antrieb ein Taschenuhrwerk, das nicht nur zu den schönsten, sondern sicherlich auch zu den authentischsten zählt, die heute noch weltweit gefertigt werden. Wie es die Kaliberbezeichnung schon verrät, basiert die eigentliche Werkskonstruktion auf dem seit über 70 Jahren bei IWC ständig weiterentwickelten Cal. 98, einem wahren Meilenstein der Uhrwerkstechnik. Es wurde kombiniert mit einigen Qualitätsmerkmalen der frühesten IWCTaschenuhr- Kaliber, die auf den Firmengründer F. A. Jones und das Jahr 1868 zurückgehen. Dazu zählen u.a. die verzugsfeste Dreiviertelplatine aus Neusilber und als besonders typisches Merkmal der überlange Rückerzeiger zur Feinregulierung des Ganges, auch «Jones-Pfeil» genannt.

Alle uhrentechnischen Fortschritte im Detail, die seit den Tagen von Mister Jones gemacht wurden, haben in dieses High-End-Werk mit der klassischen Unruhfrequenz von 2,5 Hz Eingang gefunden – wie z.B. Stosssicherung, Sekundenstopp oder Regulierexzenter auf den Armen der Schraubenunruh aus Glucydur. Beim Blick durch den Saphirglasboden unterscheidet es sich von jenem Werk, das auch die Portugieser Special Edition Jones antreibt, lediglich durch eine andere Uhrwerksdekoration. Innerlich wurde das Zeigerwerk unter dem Zifferblatt für den Portugieser-Regulateur so verändert, dass die separate Stundenanzeige bei «12 Uhr» ermöglicht wurde.

Der neue Spross der Portugieseruhren-Familie, die längst als als einer der wenigen «ewigen» Designklassiker gilt, bringt auf dem versilberten Zifferblatt die Trümpfe seines Grossformates voll zur Geltung. Alle Indikationen unterstreichen den eigentlichen Zweck dieses Uhrentyps: Zeit präzise und unmissverständlich anzuzeigen. Der dominante, lanzenförmige Zeiger aus der Mitte spielt seinen Part zusammen mit einer klassischen Minuterie im Stil «Chemin de fer», die ihren Namen der Form von Eisenbahnschienen verdankt. Der Stundenzeiger ist im kleinen Zifferblatt mit vier arabischen Stundenindizes unterhalb der «12» tätig. Von ihm am weitesten entfernt, werden im Innenzifferblatt bei «6 Uhr» die Sekunden angezeigt.

Limitiert ist die neue Exklusivität des Portugieser- Regulateurs in der Platinvariante – auf 500 Exemplare. Die Versionen in Rotgold und Edelstahl unterliegen keiner Limitierung. Alle drei Uhren werden mit Krokobändern und Schliessen im jeweiligen Gehäusematerial ausgerüstet.

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